Chen Tao Kwoon

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Gibt es eigentlich richtiges und falsches Kempo nach Sifu Meijers?

Eine Frage die sich jeder stellen muss , wenn er die Äußerungen und Meinungen zum Thema direkt aus der Kemposzene, aber auch von Externen aufmerksam betrachtet. Ich verrate keine Geheimnisse, wenn ich behaupte dass ein Teil der Vorwürfe aus dem eigenen Unvermögen der Redner resultiert. Das gilt für Kempo genauso wie für das was heute unter Chan Shaolim Si angeboten wird. Nach der Meinung einiger gehört es sowieso zusammen und ist als Reflektion eines Stiles zu verschiedenen Zeitpunkten anzusehen. Doch da fängt es schon an, wer akzeptiert die ineinander Verschachtelung, wenn man so will, beider Systeme? Wer kann zugeben, das es sich hier um ein ausgereiftes Kampfkunstsystem handelt und nicht um zwei?

Einem Teil der Kritiker kann man den Wind aus den Segeln nehmen, wenn man die Verwendung des Begriffes Shaolin bzw. Shaolim hinterfragt. Sicherlich hat Sifu Meijers Kempo Allcombat der 50er Jahre nicht mit dem Shaolin Kloster zu tun. Sicher ist aber auch das er als Heranwachsender in einem Kloster in Bandung die Kampfkunst des Shaolin Pen Tjing von Mönchen erlernte. Sicher ist das er durch den Besuch der Shorinji Universität des Doshin So beeinflusst, eine eben solche Einrichtung begründen wollte und dies Jahre später auch getan hat. Sicher ist auch das der Begriff Shaolin in den falschen Zusammenhang, hauptsächlich durch einige seiner Schüler, werbewirksam zu seiner Kampfkunst  gesetzt wurde. Sicher ist auch das nach dem Brand des Klosters im Jahre 1928 Shaolinkampfkunst dort nicht mehr praktiziert wurde. Also trennen wir uns von heutzutage zu sehr gebeutelten Begriff Shaolin und nennen den Stil ausschließlich Kempo oder zur Not nach Sifu Meijers chinesischen Namen Chen Tao Wu Shu. Es sei mir noch eine einleitende Bemerkung gestattet. Auch die Zeitgenossen, die  Sifu Tze’s Dschero Khan’s Vita in Zweifel stellen, können dadurch nicht, selbst wenn sie recht hätten, seine Kampfkunst schlecht reden.

Zurück zu den Anfängen des Kempo. Hier fügt sich ein Kampfkunstsystem zusammen, durch Einflüsse verschiedenster Systeme. Zu den bereits von Sifu Meijers in der Kindheit und Jugend erlernten Systeme kamen Erfahrungen aus Kyo Koshinkai, Goju Ryu, Jiu, den Lektionen seines wichtigsten Lehrmeisters Sian Te Huang und anderem hinzu. Man sieht also sofort, das Kempo historisch betrachtet schon ein lebendes System ist und allein dadurch schon die These des Eins sein von CSSi und Kempo beweißt.

Dies zeigt das Sifu Tze’s Schüler zu verschiedenen  Zeiten ab den 50ern in etwas über 30 Jahren auch verschiedenes Kempo gelernt haben. Das stimmt aber nur bedingt, für einen Schüler der ersten Generation ist eine Technikfolge aus dem Jahre 2007 sofort vertraut, obwohl er sie nie zuvor gesehen hat. Umgekehrt ist es übrigens genauso.  Dies ist so weil Bewegungsmuster und Prinzipien des Kempo immer gleich geblieben sind. Sifu Meijers Kempo war immer schon perfekt, nur haben es viele aus den unterschiedlichten Gründen nicht komplett gelernt. Die Lücken die bestehen sind natürlich unterschiedlich groß. Bei den einen ist die Lücke eine Winzigkeit, beiden anderen besteht die Systemkenntnis aus einer Winzigkeit und natürlich allem was da zwischen liegt. Yin und Yang!

Da gibt es zum einen Schüler verschiedener Generationen die zusammen trainieren und sich austauschen. Das macht Sinn, aber man muss auch miteinander klar kommen, das zu versuchen ist wiederum für manchen sinnlos. Da sind zum anderen die, die ihre Lücken mit Systemfremden Dingen auffüllen und meist noch neue Bezeichnungen für Ihre Version des Kempo erfinden. Das sich da eine entsprechende hohe Graduierung als quasi Systembegründer ergibt, wird auch duldend in Kauf genommen. Dann noch  eine illustre Gruppe der angeblichen Meijers-Nachfolger, die sich dadurch bereits etabliert und gegenseitig autorisiert hat. Wichtig scheint zu sein, dass man über die anderen herzieht und der Unkenntnis bezichtigt. Oftmals sind die jenigen die am lautesten schreien nur kurz oder auch nie Schüler von Sifu Tze Meijers gewesen. Meist erzählen diese selbsternannten Experten dann Geschichten, die sie nur von anderen kennen als selbst erlebt. Nun möchte ich die eigentliche Fragestellung wieder aufgreifen. Gibt es eigentlich richtiges und falsches Kempo nach Sifu Meijers? Das kann man getrost verneinen. Es gibt nur ein Kempo nach Sifu Tze Meijers oder Chen Tao Tze oder Dschero Khan. Das verändert sein Kempo nicht. Wer bei Sifu Tze gelernt oder in direkter Linie gelernt hat betreibt Kempo in einer entsprechenden zeitlichen Ausprägung. Der Insider identifiziert es sofort als solches und auch jenes was keins ist. Also kann man abschließend durchaus behaupten. Es gibt viele die Kempo betreiben in den verschiedensten Spielarten und Ausprägungen, aber die sich auf Sifu Tze Meijers berufen können erkennt man an Bewegungsmuster und an der Technik. Darunter gibt es natürlich gute und schlechte Kempokas, wie in jeder anderen Kampfkunst auch. Denn die Kampfkunst ist nie schlecht, aber der Kämpfer kann es sein.

Bis dann Jupp